Dienstag, 1. Juli 2014

Tag 49: Charlieu - Noailly

Heute Vormittag war Markttag in Charlieu und hier trafen wir unsere Gastgeber von gestern am Gemüsestand wieder. Nach einer kurzen Unterhaltung kauften wir frisches Obst und Gemüse und nach einem Abstecher in den Supermarkt machten wir uns auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Wir frühstückten an einer Abtei und lasen im Führer von einer besonders sehenswerten Abtei einige Kilometer weiter. Die wollten wir nachher gern anschauen.
Wir liefen eine sehr steile Straße hinauf und bald war die Stadt verschwunden.  Wir fühlten uns,  als wären wir im Hinterland schlechthin, dabei war die Stadt keine 2km weg.Wir pilgerten über hübsche Wege mit weiten Aussichten in den nächsten Ort und suchten besagte Abtei.
Dabei stellte sich heraus,  dass diese in Charlieu steht und wir während des Frühstücks eine halbe Stunde davorgesessen und geplant haben,  sie anzugucken. Den Standort der Abtei hat die Autorin des Buches nämlich völlig falsch eingetragen... Danke Ingrid.
Wir schauten uns stattdessen die örtliche Kirche an und spielten auf dem Spielplatz. Der weitere Weg führte uns über die Loire, die hier irgendwie gar nicht so hübsch aussieht wie man sie von Bildern kennt und auch nicht so hübsch, dass ich da ein Schloss hinstellen würde. 
Nach der Mittagspause kamen wir zu einem Hafen an einem Kanal, streichelten an einer Wiese eine Ziege und einen ziemlich frechen Esel und sahen kurz vor La Bénission-Dieu ein Schild,  das uns ankündigte, noch 1750km bis nach Santiago laufen zu müssen.
Im Ort gibt es eine alte Abtei, deren Kirche wir uns anschauten.
Wir liefen danach über Landstraßen, Feld- und Waldwege und über eine Furt, die weniger dramatisch war als das Buch ankündigte nach Noailly herein, das etwas abseits vom Jakobsweg liegt,  aber mit mehreren Infoschildern Pilger zu locken versucht. 
Im Ort erfuhren wir,  dass der Campingplatz noch gut 2km entfernt was.  Die wollten wir aber irgendwie nicht mehr laufen und versuchten es bei Gite d'Etape des Ortes. Wir klingelten (da es kein Schild gab) am falschen Haus,  aber die freundliche Bewohnerin rief den Vermieter an,  der ein paar Sekunden später mit dem Handy am Ohr in seinem Wagen um die Ecke fuhr.  Ausgerechnet heute war die Herberge aber ausgebucht und Anwohnerin und Vermieter überlegten, wo sie uns unterbringen könnten.
Wir hätten im Park zelten können,  aber eine Dusche wäre natürlich schön. Das Wetter war heute zwar wieder wechselhaft,  aber immer wieder warm genug zum schwitzen.
Der Vermieter erreichte die beiden Arbeiter, die im kleinen Teil der Gite wohnen und wir durften dort mit einquartiert werden. Wir schlafen heute also mal wieder in einem Haus. Da haben wir auch nichts gegen. Und das für 13 € pro Person.
Hier gibt es sogar eine Küche und wir Pechvögel kommen am einzigen Ruhetag des Dorfladens hierher.  Aber da wir ja eigentlich Glückskinder sind,  haben wir (nachdem beschlossen war, dass wir dennoch unser Gemüse vom Markt braten wollten)  bei der Nachbarin von vorhin um etwas Butter zum anbraten gebeten und eine Packung Eier zusätzlich geschenkt bekommen! So konnten wir doch noch ein kleines Festmahl feiern. 
Es ist das erste mal,  dass wir auf dieser Reise kochen konnten und es schmeckte herrlich.  
Einer der Arbeiter,  der inzwischen eingetroffen war, teilte seine Cola beim Essen mit uns und bot uns noch viele andere Sachen an.  Als der zweite Bewohner der Gite kam, unterhielten wir uns eine Weile und setzten uns später vor die Tür und lernten die Damenwandergruppe kennen, die in der großen Gite übernachtet. Ich hatte bald den Hund zu meinen Füßen liegen und streichelte ihn lange und ausgiebig. Irgendwann gingen wir dann rein und bald auch ins Bett, da wir morgen wieder zeitig aufbrechen wollen und unseren Schönheitsschlaf brauchen.

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