Montag, 28. Juli 2014

Tag 75: Lascabanes - Lauzerte

Heute morgen holten wir Lydia an ihrer Herberge ab und liefen gemeinsam los. Den ganzen Vormittag wanderten wir an Sonnenblumenfeldern vorbei und in einige der uns zugewandten Sonnenblumen waren Motive gezupft worden. Hauptsächlich Gesichter, aber auch einen Pfeil und etwas Geschriebenes habe ich entdeckt.

Wir wanderten hügelauf- und abwärts bis nach Montcuq, einem der zahlreichen schönsten Orte des Landes.
Wir sind heute morgen extra früher gestartet,  um uns den Ort ausgiebig ansehen zu können. Die Kirche am Ortseingang konnten wir besonders intensiv besichtigten,  weil es regnete und wir warteten, bis es aufhörte.
Wir kauften uns ein leckeres Frühstück in der Bäckerei und liefen durch den Ort, auf der Suche nach einem schönen Plätzchen für unsere Pause.
Dabei mussten wir feststellen,  dass der Ort gar nicht so umwerfend hübsch ist, wie wir erwartet hatten.  Jedenfalls fanden wir keinen Platz, der uns wirklich gefiel und so setzten wir uns einfach vor das Rathaus und frühstückten endlich.
Dieser Ort hat zwei englische Buchläden, aber wir hatten mal wieder Glück: Einer der beiden öffnet nur am Nachmittag und der Andere hat an einem einzigen Tag in der Woche geschlossen.  Heute. Schade, denn besonders Lydia hatte sich darauf gefreut, in englischen Büchern zu stöbern.
Dieser Ort soll bei Engländern als Zweitwohnsitz sehr beliebt sein und wir haben auch einige  britische Autos gesehen, konnten aber nicht herausfinden,  warum dieser Ort so beliebt ist.

Der Rest des Ortes war nach dem Frühstück schnell besichtigt.  Es gibt noch einen hohen Turm,  aber der kostete leider Eintritt und das war uns die Aussicht dann doch nicht wert. Es ist ja nicht so, dass wir nur durch Täler laufen und keine Aussichten hätten.
Wir traten die letzten 14 km also etwas früher als geplant an und wanderten wieder an unzähligen Sonnenblumen vorbei. Ich liebe Sonnenblumen.  Sie sehen sympathisch aus und strahlen so schön.

Auf einer Wiese an einem Feld machten wir eine Pause und flüchteten spontan,  als eine Gruppe mit 25 Jugendlichen anrückte. Auf den schmalen Wegen würde es kein Spaß sein,  die Gruppe zu überholen. Lachend hetzten wir uns gegenseitig und liefen los, bevor die Gruppe uns erreichte. Es ging noch einmal ordentlich bergauf und dann bald auf Lauzerte zu. Johannes und ich kletterten nicht in den Ort auf dem Berg,  sondern heben uns den steilen Anstieg für morgen früh auf, denn der Campingplatz liegt im Tal davor. 

Wir liefen die letzten 700m im Nieselregen und erreichten den Platz,  auf dem uns gleich eine Katze begrüßte. Wir bekamen einen Platz zugewiesen und Johannes beschloss, sich heute noch etwas im Ort umzusehen.  Ich hatte keine Lust,  den Berg zu erklimmen und widmete mich lieber meinem Tagebuch. 
Es gewitterte und ich duschte mit kaltem Wasser.  Die große Jugendgruppe hat vermutlich das gesamte Warmwasser verduscht, ich hätte mich mehr beeilen müssen.

Neben uns zeltete eine französische Pilgerin, die wir schon kennen und Johannes hat versucht,  auf Französisch ein Date zum gemeinsamen Abendessen auszumachen.  In 10 Minuten wollte sie zu uns stoßen. 
Wir warteten über 30 Minuten,  dann tauchte sie auf, wünschte uns einen guten Appetit und aß mit ihrer Freundin an einem anderen Tisch.
Ob das an sprachlichen Barrieren lag oder nicht,  weiß ich nicht, jedenfalls hatten wir unsonst gewartet.

Es ist generell nicht so leicht mit den Franzosen,  weil kaum jemand genug englisch spricht, um sich zu unterhalten und auf Französisch können wir nicht lang reden,  weil Johannes dann nicht folgen kann.

Den Abend verbrachten wir auf dem überdachten Platz und ich hörte ein bisschen dem Programm der katholischen Jugendgruppe zu, die am Ende noch viele Gesänge in ihre Gebete einband und dann ging ich ins Bett. 

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