Donnerstag, 3. Juli 2014

Tag 51: St.Jean-St.Mairice-sur-Loire - Pommiers en Forez

Heute morgen bin ich um halb 6 vom Gewitter geweckt worden. 
Die ersten Stunden des Tages mussten wir auch im Wechsel zwischen Regen und Regenpause laufen. 
Wir liefen herüber nach Saint- Maurice und staunten darüber, wie hübsch alles plötzlich war. Wir hatten bald eine prächtige Aussicht in das Tal der Loire und sahen schon von oben den Ort mit der alten Burg und historischen Häusern.  Ein bezauberndernes kleines Örtchen und hier würde ich auch ein Schloss bauen,  wenn ich Lust auf ein Loireschloss hätte.
Im der Kirche fanden wir auch die Jakobusfreske. Glücklicherweise war die Kirche schon so früh geöffnet.Wir kauften uns ein kleines Frühstück, trugen uns in das Gästebuch des Ladens ein und machten uns an den Abstieg zur Loire. 
Unten angekommen fing es wieder zu regnen an und wir liefen in der nächsten Stunde über mehr und steilere Berge als im Führer steht.  Ob es einen Grund gibt,  dass im diesem Buch viele Infos unterschlagen werden?
Vor dem Örtchen Bully stand ein Schild,  das anzeigte, dass es bis Santiago noch 1750 km wären. Genau das lasen wir schon vorgestern oder so, wir wissen also nicht genau, wie weit es wirklich noch ist. 
Der Berg hinter Bully wurde uns durch viele bunt bemalte Jakobsmuscheln versüßt, die an Bäumen und Pfählen hingen.  So machte es richtig Spaß,  hochzusteigen. Von der Höhe aus hatten wir dann noch trotz einiger Wolken einen schönen und weiten Blick in Tal.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann auf Feldwegen und kleinen Straßen und wir liefen lange neben der Autobahn entlang, bis wir sie endlich unterqueren und hinter uns lassen konnten. 
In Pommiers regnete es mal wieder und so hielten wir uns nicht lange im Ort auf (es gab ohnehin nicht viel zu sehen) und liefen gleich zum Campingplatz durch.
Es gab leider weder dort noch in der benachbarten Snackbar einen Fernseher,  aber wir wollten das WM-Spiel Deutschland gegen Frankreich natürlich gern gucken, besonders weil wir ja gerade in Frankreich sind.
Also erfragten wir,  wo das möglich sei.
In diesem Ort gibt es nur leider nichts außer einem fernsehlosen Restaurant, aber angeblich sollte bei der Schule ein public viewing stattfinden.
Wir machten uns nach dem Duschen auf den Weg und kamen kurz vor Beginn des Spiels an. Es waren allerdings eine Handvoll Leute vor Orr und die schickten uns weg- das hier sei privat und wir sollten im 10km entfernten Ort gucken.  Als wir sagten,  dass wir zu Fuß sind, wurde uns ein anderer Ort genannt,  zu dem wir nur eine Stunde laufen würden. Guter Witz 3 Minuten vor Anpfiff. 
Wir liefen also wieder zurück in Richtung Campingplatz und überlegten,  ob wir irgendwo noch etwas finden könnten. Da hielt plötzlich ein Auto neben uns und die Frau am Steuer sagte uns, dass wir gern bei der Schule mitgucken könnten.  Wir sollten einsteigen und sie fuhr uns rüber. Sie war gerade angekommen als wir abgewiesen wurden, vermutlich gab es dann ein kurzes Gespräch und die Frau fuhr uns hinterher. Vielen Dank dafür!
Das Spiel lief zwar schon seit 15 Minuten,  aber die Technik noch nicht. Ein paar Männer versuchten eine Leinwand und einen Beamer aufzubauen und über das (offene) Schul-WLAN einen Stream zum laufen zu bekommen. 
Als das endlich klappte, war das Tor für Deutschland bereits gefallen. 
Die Veranstaltung war offenbar ein Schulfest und die Übertragung des Spiels wahrscheinlich das Lockmittel für die Väter,  die sonst zu Hause geblieben wären, um ihr Land verlieren zu sehen.
Während die Kinder Lieder, Tänze und kleine Sketche vortrugen, standen einige Männer vor der Leinwand und sahen sich das Spiel an (wenn das Bild mal nicht stockte).
Es hatten nicht alle mitbekommen,  dass wir Deutsche sind,  sonst hätten wir nach dem Spiel vielleicht kein Bier in die Hand gedrückt bekommen, als das Buffet eröffnet wurde. 
Wir bedankten uns noch einmal bei der Madame,  die uns eingesammelt hatte und liefen zurück zum Campingplatz,  bzw.  zur benachbarten Snackbar,  wo wir uns ezwas zu essen auf den Sieg (und unsere ziemlich leeren Mägen) gönnten. Danach gingen wir bald schlafen und hofften,  dass das Wetter besser würde. So viel Regen nervt,  da wünsche ich mir schon fast die üble Hitze zurück.

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