Montag, 7. Juli 2014

Tag 55: St.Georges Lagricole - St.Paulien

Heute früh sind wir mit Gefrierbeuteln an den Füßen losgelaufen.  Wir kauften uns im Laden ein Frühstück und suchten den Weg zurück zum Jakobsweg. 
Weil wir in das Buch gucken wollten fiel Johannes schnell auf,  dass er es in der Herberge vergessen hatte und lief zurück.
Ich wartete auf einer nassen Mauer im Nieselregen und fand es wirklich kalt.
Man sah aber ein paar blaue Flecken am Himmel,  die hoffentlich besseres Wetter ankündigten.
Wir liefen über hübsche Wege durch Felder und Wald und setzten uns zum Frühstück auf einen Haufen gefällter Bäume. Wir schoben uns Zartbitterschokolade in das Baguette und freuten uns,  dass es gerade einmal nicht regnete. Außerdem liefen wir über Wege ohne hohes Gras, die uns die Schuhe am meisten nassmachen.
Auf den Wegen standen, wie schon in den letzten Tagen,  einige Bäche über ihren Ufern.  Normalerweise fließen sie als schmale Bäche über den Weg, so dass man mit einem Schritt darübersteigen kann. Durch den vielen Regen aber waren sie teilweise fast 2 Meter breit und es war nicht immer leicht, sie zu überqueren.
Mittags hörte es endlich auf zu regnen und die Sonne zeigte sich ab und zu. Irgendwann entdeckte ich erste helle Stellen an den Schuhen,  sie schienen endlich zu trocknen!
Als wir über den letzten Berg des Tages stiegen,  konnten wir St. Paulien schon von Weitem sehen.  Le Puy sieht man von hier aber wohl nicht,  auch wenn man bei besseren Wetter sicher eine prächtige Weitsicht hat. Es fing leider wieder an zu tröpfeln und wir konnten uns nur ungefähr vorstellen, wie viele Berge vor uns lagen.  Die Wolken verdeckten vieles leider. Wir entdeckten eine Burg am Horizont, aber ob wir da vorbeikommen oder nicht,  wissen wir noch nicht.
Als wir den Ort erreichten suchten wir nach Schildern, die uns zur Gite führen sollten, aber wir fanden keine.
Also liefen wir erst einmal runter in das kleine Zentrum und fragten in der Touristeninformation.  Wir wurden zu einer anderen Adresse geschickt,  als im Buch angegeben war und waren nicht sicher,  ob alles klappen würde. Und das tat es auch nicht.  Johannes hatte die Nummer, die wir anrufen sollten falsch notiert und musste noch einmal zurück und die richtige Nummer herausfinden. Die Frau schickte ihn nach einem Telefonat mit dem Herbergsleiter wieder zurück zum Haus, wo irgendwann eine Frau auftauchte und sagte, dass die Dame in der Touristeninformation wohl neu sei,  da sie alles falsch gesagt hätte.  Wir mussten ganz woanders hin, wurden aber mitgenommen und zum Haus der Frau gefahren. Neben ihrem Haus stand die Herberge,  die sehr neu aussah.  Es gibt nur 4 Betten und eine wunderbare Dusche. Man kann das Wasser von oben kommen lassen oder aus der Handbrause und als Luxusmöglichkeit noch aus 6 Massagedüsen an der Wand. Die Frau sagte uns,  dass wir hier allein bleiben würden,  aber ich bat sie, Paul kommen zu lassen,  falls er noch anrufen sollte.
Und das tat er- um 18.30 Uhr.  Der hat die Ruhe weg.
Die Frau fuhr uns runter in den Ort,  wo wir am Laden rausgelassen wurden um einzukaufen und Paul hinterher zur Herberge zu bringen. 
Wir trafen uns im Laden und kauften für eine ausgiebige Mahlzeit ein und die wurde unheimlich lecker.  Es gab einen Salat aus dem Garten der Herbergsleiter und Kartoffeln mit Butter und irgendeine spezielle Wurst aus der Fleischerei.  Dazu gab es noch Möhren und Zwiebeln in Butter gegart und Bier.
Das WM-Spiel Deutschland gegen Brasilien durften wir freundlicherweise nebenan bei den Herbergsleitern gucken.  Und wir waren froh,  dass wir das nicht verpasst haben.  7:1, wahnsinn!
Hinterher unterhielten wir uns noch eine Weile mit den Herbergsleitern und Paul (der heute Geburtstag hat.  Ich hab zufällig am richtigen Tag nach seinem Alter gefragt) und fielen um halb 2 müde ins Bett.  Mal sehen,  ob wir morgen so früh rauskommen wie wir wollen,  denn wir wollen uns le Puy angucken und dafür genug Zeit haben.  Vielleicht machen wir auch einen Pausentag,  dass wissen wir noch nicht.

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