Samstag, 26. Juli 2014

Tag 69- 73: Schlenker über Rocamadour

Wir haben uns für den Umweg über Rocamadour entschieden. Wir sind gut in der Zeit und müssen uns nicht stressen und wer weiß, wann man das nächste mal nach Südfrankreich kommt?
Wenn der Ort so sehenswert ist, dann wollen wir ihn auch sehen.

Wir liefen heute morgen nach Figeac hinein und fragten in einem Fotogeschäft, ob sie eine Idee haben, was mit der Kamera sein könnte. Der Mann testete den Akku, während wir einkaufen gingen und ich hoffte, dass das Problem wirklich am Akku liegt. Leider (und natürlich) war das nicht so und wir ließen uns die Kameras zeigen, denn wir hatten vorher schon entschieden, dass wir zur Not eine neue Kamera kaufen würden. Wir wollen die Kamera hier nicht in Reparatur geben, weil dann die Garantie verfällt.
Wir konnten uns mit keiner der Kameras anfreunden und ich fragte, ob es meine Kamera oder das Vorgängermodell vielleicht im Ort zu kaufen gäbe und er verwies uns an einen anderen Laden, der sie wirklich da hatte!
Für 149€ habe ich nun das Vorgängermodell mit Hülle und einer 8 GB Speicherkarte bekommen und bin froh, dass ich mich nicht umstellen muss und weiß, dass die Bilder gut werden.

Weg nach Rocamadour:

Wir verließen Figeac mit einem guten Frühstück im Rucksack und suchten uns einen schönen Platz zum essen. Wir fanden bald einen hübschen Rastplatz und lasen die Infozettel, die wir in der Touristeninformation bekommen hatten. Denn wir wussten noch gar nicht genau, wo es Unterkünfte gab und wo nicht. Die Strecke nach Rocamadour auf dem ausgewiesenen GR6 (Fernwanderweg) ist 57 km lang, das könnte man gut in zwei Tagen schaffen. Aber es gibt keine Herberge nach 25-30 km, sondern nur deutlich davor und deutlich dahinter.

Wir überlegten und rechneten, wie wir es schaffen konnten, morgen anzukommen (wir wissen, dass Thomas, Lydia und Pierre auch morgen ankommen wollen und müssen) und entschieden uns, heute auf eigene Faust über die Landstraße und Nebenwege zu laufen, um den Campingplatz in L'Hopital zu erreichen. Auf dem GR wären das 36 km und das wollten wir nicht. Wir mögen solche langen Etappen auch nach über 1000 km einfach nicht.
Wir suchten uns eine Route entlang der Landstraße, von der wir immer wieder abbogen. Die Strecke war ganz hübsch, aber leider bin ich auf einem Geröllpfad gestürzt und habe mir das Knie ordentlich aufgeschürft. Es dürfte niemandem überraschen, dass es das kaputte Knie war... Ich versorgte die Wunde und lief weiter. Da ich noch von zwei Hunden aufgehalten wurde, die unbedingt gestreichelt werden wollten, kam Johannes mit entgegen, denn er fragte sich langsam, wo ich blieb.

Wir wanderten durch hübsche Dörfer, über Höhen und leider auch über viel Asphalt (aber das hatten wir uns ja selbst eingebrockt). Zum Ende des Tages stießen wir wieder auf den GR und liefen die letzten Kilometer bis zum Campingplatz auf dieser Strecke.
Der Platz war schön, aber wir waren die einzigen Pilger.
Wo mögen die Anderen wohl untergekommen sein?
Am nächsten Tag hatten wir noch 21 km bis nach Rocamadour.

Wir erreichten am nächsten Morgen nach etwa 7 km das Örtchen Gramat und wollten einen Abstecher zum großen Supermarkt machen, da es in Rocamadour nicht viel geben soll. Der Anwohner, den wir nach dem Weg fragten, hatte die Entfernung jedoch offensichtlich aus Sicht eines Autofahrers geschätzt und so liefen wir einen endlos wirkenden Berg hinauf und erreichten den Hypermarché (Supermarkt reicht nicht, hier ist es ein Hypermarkt) nach einer gefühlten Ewigkeit.
Eine weitere Ewigkeit verbrachten wir auch im Laden, denn wir wollten ein paar Vorräte kaufen, die wir anderswo nur sehr teuer bekommen (Nüsse zum Beispiel). Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Studium der Landkarte beschlossen wir, nicht den ganzen Weg zurückzulaufen, sondern dem GR auf der Landstraße entgegen zu gehen. Die Straße war zuerst viel befahren, dann wechselten wir auf eine wenig befahrene Straße und weil es nicht mehr weit bis Rocamadour war, blieben wir auf dieser. Denn so kamen wir auch gleich an beiden Campingplätzen vorbei und konnten uns einen aussuchen und die Sachen da lassen.

Rocamadour:

Wir erreichten Rocamadour- Hospitalet, einen kleinen Ort, der über dem eigentlichen Ort liegt und stellten fest, dass die Campingplätze, die nebeneinanderlagen die gleichen Angebote und gleichen Preise hatten und wählten den, der dichter am Ort lag.

Auf dem Weg zu dem uns zugewiesenen Platz liefen wir an einem Bulli vorbei, auf dem "Flowerpower" stand und der einfach toll aussah. Ich muss beim Betrachten und grüßen gestrahlt haben, denn der Mann kam 5 Minuten später zu unserem Platz und schenkte uns eine Flasche eiskalten Wassers. Wir durften unsere Lebensmittel in ihren Kühlschrank legen und wurden auf ein Getränk eingeladen.
Das nahmen wir gern an, vorher wollten wir aber noch in den Pool, denn heute ist es sehr heiß und wenn wir erst einmal im Ort sind, kommen wir nicht zurück, bevor das Becken geschlossen wird.

Wir genossen die Abkühlung und machten uns danach fertig für die Besichtigung und den Abend. Wir haben noch ein gutes Stück zu laufen und müssen viel bergab. Das bedeutet, dass wir zwischendurch nicht zurückkommen werden.
Wir verquatschten uns mit den Flowerpowercampern und kamen erst um 16 Uhr los (und dabei hatten wir uns den ganzen Tag rangehalten, damit wir viel Zeit im Ort verbringen können).
Nach einem Abstecher in die Touriinfo (wo wir feststellen mussten, dass sie zwar einen eigenen Ordner für Pilger mit allerlei Zettelchen, aber keine Ahnung davon haben, wie wir zu unserem Jakobsweg zurückkommen) liefen wir hinab nach Rocamadour. Von oben aus hatten wir schon eine hübsche Sicht auf das Örtchen am Berg und liefen eine steile Straße hinab. Ein Anwohner hat extra für Pilger einen Wasserhahn vor seinem Haus angebracht und lädt mit einem Schild ein, den Durst zu stillen.

Wir hofften, dass Rocamadour selbst kaum Geschäfte haben würde, da oben auf dem Berg alles zu sein schien. Die ganzen Läden in Conques hatten uns schon etwas gestört, weil das Mittelalterfeeling gar nicht erst zustande kommt.
Aber Rocamadour sollte dies noch übertreffen. Wir kamen durch ein Tor in eine alte Straße am Fuße des Ortes und hier ging es fast zu wie auf einem Jahrmarkt!
Überall Menschen, überall Kitsch und Andenken, überall Tourismus. Wir probierten den berühmten Ziegenkäse des Ortes (der uns beiden ehrlich gesagt nicht besonders zusagte) und flüchteten aus dieser Straße.

Wir liefen zum Ende des Weges, wo sich kaum Touristen aufhielten und wanderten einen einsamen Trampelpfad hinauf zur nächsten Ebene. Die meisten Leute nehmen die Treppe hinauf und gehen nicht bis zum Pfad. Wir gingen in die Herberge und holten uns den Stempel und erfuhren, dass unsere Freunde bereits angekommen waren.
Sie waren gestern 42,5 km gelaufen, um heute hier ankommen zu können. Es ging nicht anders, weil es nur so wenige Herbergen gab und sie (bis auf Thomas) kein Zelt dabei haben.
Von anderen Pilgern hatten sie heute aber erfahren, dass es einen Campingplatz mit günstigen Hütten in Lacapelle-Marival gibt (für Pilger: diese Infos stehen auf den Seiten des Miam Miam Dodo, die man sich im Internet kostenlos herunterladen kann, weil sie im Buch nicht abgedruckt sind. Auf den Blättern der Touriinfo in Figeac steht davon nichts).
Wir liefen zusammen durch den Ort, aßen ein Eis und liefen den steilen Kreuzweg, der im Zick-Zack den Berg hinaufführt, hoch. Oben auf dem Berg steht das Schloss und es werden 2€ Eintritt verlangt, damit man auf das Gelände darf, um die Aussicht zu genießen. Das Schloss selbst darf man nicht betreten, es geht wirklich nur um den Blick, ich habe nachgefragt.
Thomas investierte das Geld, denn er trägt eine 3,5 kg schwere Fotoausrüstung vor der Brust und wollte ein paar Fotos schießen.

Wir warteten vor der Tür und trennten uns anschließend, da die Anderen noch einkaufen wollten.
Wir verabredeten uns für 20 Uhr zum gemeinsamen Essen.
Johannes und ich liefen durch den kleinen Ort und entdeckten, dass es zwei Aufzüge gibt, in denen man sich gegen unverschämt viel Geld die Treppen spart. Ich fragte, ob Rollstuhlfahrer auch zahlen müssen und die Aufzugangestellte sagte, dass diese kostenlos fahren dürften. Immerhin.
Da wir bald alles bis auf die Kirchen gesehen hatten, gingen wir zu der kostenlosen Führung, die Lydia uns empfohlen hatte. Sie wollte auf jeden Fall hingehen.
Zuerst wussten wir nicht, ob wir das tun sollten, aber jedem, den es mal nach Rocamadour verschlägt, empfehle ich diese Führung. Sie wird mehrfach am Tag angeboten und findet in verschiedenen Sprachen statt.

Im Rahmen der Führung sieht man einige Orte, die den Rest des Tages verschlossen sind. Es ist sehr interessant und der Bruder, der unsere englische Tour geleitet hat, war sehr humorvoll.
Zum Abendessen kehrten Johannes, Lydia, Thomas, Pierre und ich in ein Lokal ein, in dem es hauptsächlich Crêpes und Galettes gibt. Es schmeckte herrlich und wir genossen den Abend.
Thomas muss morgen leider nach Hause und so konnten wir uns nicht trennen und es war nach 23 Uhr, als wir uns auf den Weg zum Campingplatz machten. Unsere Flowerpowerfreunde waren bereits im Bett und so können wir morgen länger schlafen, denn wir haben ja noch unsere Lebensmittel in ihrem Kühlschrank und können vorher nicht starten.

Zurück zum Jakobsweg:


Thomas hatte Lydia erzählt, dass der Weg (GR45) zurück zum Jakobsweg kurz vor Cahors flach sei und wenn das sonst noch jemand erzählt bekommt, der sei gewarnt: das ist eine Lüge! Es ging an den beiden Tagen sehr viel bergauf und es war sehr heiß, was die Sache verschlimmerte. Wir trafen Lydia am nächsten Vormittag nach den ersten Kilometern wieder, da sie auf zwei Pilger gewartet hatte, die direkt hinter Rocamadour den falschen GR gewählt hatten und 7 km falsch gelaufen waren. So kam es, dass wir sie einholten, obwohl wir recht spät aufgebrochen waren. Wir schlossen uns der Gruppe an, nachdem wir sie nach einer Pause eingeholt hatten. Mathilde und Thibault laufen für eine Woche und sind in Figeac gestartet. Wir schwitzten uns über die Berge und die Hitze machte uns allen wirklich sehr zu schaffen.

Die letzten Kilometer nach Labastide- Murat waren für uns alle sehr beschwerlich und Mathilde hatte schmerzhafte Blasen, die sie deutlich ausbremsen. So erreichten wir vor den beiden den Ort und ich ließ mich auf einem Platz auf den Boden fallen und versuchte abzukühlen. Ein freundlicher Monsieur, vor dessen kleinem Geschäft ich mich hatte fallen lassen, kam heraus und schenkte uns eine große Flasche eiskaltes Wasser.
Als die Nachzügler ankamen trafen wir auf Pierre, der uns sagte, dass es nur das Hotel für 50€ gibt und ihm auch in der Touriinfo nicht geholfen werden konnte.
Wir fragten dort natürlich trotzdem nach, aber die Damen wussten keinen Rat.
Wir fragten im Rathaus, ob es einen Raum für uns gäbe, eine Schule oder irgendetwas. Johannes und ich hätten einfach auf den örtlichen Campingplatz gehen können, aber wir wollten lieber mit den Anderen irgendwo etwas abenteuerlicher schlafen.
Die Dame verstand unsere Not und bestellte den (sehr jung aussehenden) Bürgermeister und sie berieten sich kurz, dann bekamen wir das okay, im Rathaus zu übernachten.
Wir bekamen den Schlüssel für einen Raum mit eigener Außentür und durften auf dem Campingplatz duschen. Wow!

Wir gingen einkaufen und da der Laden recht groß war, wir alle viel Hunger hatten und gemeinsam essen wollten, kaufte jeder etwas zu viel ein. Danach packten wir unsere Sachen und liefen zum Campingplatz, der nicht mehr als eine Wiese mit Klohäuschen war. Es gab hier nichts. Keine Camper und keine Informationen.
Und es gab nur eine Dusche, die funktionierte. Man musste den Druckknopf jede Sekunde drücken oder dauerhaft gedrückt halten und das Duschbecken war fast verstopft. Das Wasser floss so langsam ab, dass man sich nicht hineinstellen konnte, sondern breitbeinig links und rechts darüberstehen musste. Nacheinander stellten wir uns dieser Herausforderung und wir waren froh (und überrascht), dass es wenigstens warmes Wasser gab.
Zurück im Rathaus packten wir unser Essen und setzten uns nach draußen an einen Tisch. Wir teilten unsere Schätze und hatten ein richtig gutes Abendessen. Dann machten wir es uns in unserem kleinen Saal bequem und gingen schlafen.

Mathilde hat beschlossen, ihren Weg abzubrechen. Sie hat ohnehin nur noch drei Tage, aber mit den Blasen macht ihr das Laufen keinen Spaß mehr. Thibault begleitet sie nach Cahors, da sein Freund dort auf ihn wartet und er sich sonst verspäten würde. Die beiden versuchen, nach Cahors zu trampen.

Wir liefen gemeinsam mit Lydia weiter und bekamen mittags schlechtes Wetter. Kurz vor einem kleinen Ort begann ein starker Regen und wir hatten schon lange einige Donner gehört.
Wir eilten zur Kirche, die dummerweise verschlossen war, so wie alle Fensterläden im Ort, weswegen wir auch niemanden fanden, den wir nach dem Schlüssel fragen konnten. Wir setzten uns vor die beiden Stufen vor der Tür und warteten. Und wenn da schon mal Publikum sitzt, muss sich das Gewitter gedacht haben, dann kann es auch mal zeigen, was es kann. Helle Blitze zuckten über den Himmel, aber die beeindruckten uns wenig. Aber die Donner hatten sich gewaschen! Es knallte und wir einigten uns darauf, alle noch nie einen solch lauten Donner gehört zu haben. Geschmeichelt von diesem Lob legte der Donner noch einen obendrauf und es knallte so heftig, dass unsere Trommelfelle vibrierten. Der Regen hörte einfach nicht auf und wir froren seit einiger Zeit unter den feuchten Ponchos.
Da sah ich eine Haustür aufgehen und eine alte Dame heraustreten. Ich eilte herüber und hatte Glück, sie war die Hüterin des Schlüssels.
Sie schloss uns die Kirche auf und wir konnten uns endlich ausziehen und aufwärmen.

Wir blieben noch eine weitere Stunde, bis der Regen endlich aufhörte und danach wurde das Wetter sogar wieder recht freundlich.
Wir wanderten laut Karte an einem Fluss entlang und dachten, wir hätten damit die Berge hinter uns. Aber von wegen: wir hielten uns zwar stets parallel zum Fluss, aber das hieß nicht, dass wir die steilen Anstiege sparen konnten.
Wir wanderten aber immer wieder auch direkt am Wasser entlang durch den Wald und der Fluss war wunderschön. Er war recht tief und sehr klar und hatte einen Blaustich. An einer kleinen Brücke wären wir sehr gern baden gegangen, da hier kleine Wasserfälle waren mit moosbedeckten Steinen, roten Pflanzen, Bäumen und einem tiefen Becken. Aber es war nach dem Gewitter noch so kalt, dass wir nicht besonders in Badelaune waren.

Wir liefen die letzten Kilometer nach Vers zwischen Felsen und Fluss entlang, gaben einen kleinen Vogel bei einer lieben alten Madame ab, die sich um ihn kümmern will und begegneten einer Kuh, die plötzlich aus den Unterholz kam, vor uns herlief, sich immer wieder nach uns umdrehte und schließlich wieder in die Büsche schlug.
In Vers angekommen stellten wir fest, dass das Touristenbüro nicht mehr als ein Tisch mit Flyern ist.
In dem Saal war gerade eine Kunstausstellung und die Damen versuchten uns zu helfen. Wir haben für den Rückweg ja keine Informationen, abgesehen von der Wanderkarte mit einem Übernachtungssymbol in diesem Ort.
Die gab es auch, allerdings in einer Gite de France und erst ab 40€.
Das war uns natürlich zu viel und wir fragten wieder nach einer Schule oder irgendetwas.
Während die eine Madame nach zwei Telefonaten die Motivation verlor, uns unterzubringen (es war ja auch nicht ihre Aufgabe), legte sich die andere Dame mächtig ins Zeug und fragte den Bürgermeister, danach einen Bauern mit (leider voller) Scheune und jeden, der ihr noch so einfiel.
Wir fragten, ob wir nicht den Pfarrer bitten könnten, in der Kirche zu bleiben und weil es nichts anderes zu geben schien, sorgte sie dafür, dass der Opi mit dem Schlüssel die Tür heute offen lässt.
Sie übernimmt sogar die Verantwortung!

In der Kirche stehen Holzbänke, aus denen wir uns recht bequeme Betten bauen können. Wir nutzen die Toilette am benachbarten Campingplatz und hatten einen Wasserhahn direkt vor der Tür. Wir schauten uns im Ort um, kauften ein und ließen uns das Abendessen mit einer Flasche Cidre schmecken.
Die Kirchentür wirkte, richtig geschlossen, für alle vorbeilaufenden wie abgeschlossen, das war natürlich besonders praktisch für uns, weil so niemand an unsere Sachen gehen konnte.
Es wurde ein sehr schöner Abend.

Wir liefen morgens wieder im Nebel los und kletterten auf einen Berg, auf dessen Höhe wir eine Weile wanderten, bis wir in ein Dorf herunterstiegen, das am Fluss liegt. Wie suchten uns eine hübsche kleine Bucht und ich badete meine Füße. Kleine Fische untersuchten meine Füße. Leider gesellte sich bald ein älterer Herr zu uns, der wenige Meter neben uns ein Lagerfeuer entzündete und seine Plastikflaschen verbrannte.
Wir verließen bald darauf den GR45 und mussten uns zwischen zwei Wegen entscheiden. Wir wechselten auf einen GR, der am Fluss verläuft, denn auf Berge haben wir keine Lust und am Fluss ist es sicher auch schön.
Wir pilgerten über Trampelpfade neben Feldern, durch Büsche und Wälder, vorbei an kleinen Buchten und natürlich durch Matsch.

Der Campingplatz, auf dem Johannes und ich heute schlafen werden, lag vor dem Ort. Wir schlafen hier, weil es jetzt wieder genügend Unterkünfte gibt und Lydia hatte vorher zur Sicherheit ein Bett in einer Gite reserviert.
Wir liegen ja jetzt 2 Tage zurück und wissen nicht, wie viele Pilger gerade unterwegs sind. Wir sind jetzt im Strom der am-Wochenende-in-le-Puy-Starter und davor wird im Internet gewarnt, da würden die allermeisten starten und dann sei alles ausgebucht.
Lydia ging weiter nach Cahors, während wir auf dem Campingplatz eincheckten und das heiße Wetter nutzen, um alle Klamotten zu waschen und die Schwimmanlage mit drei Becken zu nutzen.

Nachmittags liefen wir in die Stadt, schauten uns um und entdeckten einen Hinterhof mit einem gelben Garten. Es scheint eine Art Kunstprojekt zu sein, das hier war Garten Nummer 12.
Hier gab es aber nicht nur allerhand gelb angesprühte Gegenstände, sondern auch riesige Bananenstauden und andere exotische Pflanzen.

Abends kochten wir gemeinsam in der Gite, in der Lydia untergekommen war. Da es keinen Garten gibt, können wir hier nicht schlafen. Wir wählten deswegen die günstigere Variante des Campingplatzes, aber mit dem Schwimmbecken und Internet ist es auch sehr angenehm dort.

Johannes und Lydia kauften in einer Markthalle Rocamadour-Ziegenkäse, um "chèvre chaud" zum Salat zuzubereiten (Ziegenkäse auf Baguette (worauf auch sonst) im Ofen erwärmt). Da ich damit nichts anfangen kann, gönnte ich mir ein kleines Stück Zwiebeltarte vom Nachbarstand. In einer Boulangerie und Patisserie kauften wir Baguette und bewunderten kleine, attraktive Törtchen, von denen wir uns schließlich zwei zum Nachtisch gönnten. Kein Schnäppchen, aber sehr sehr lecker.
Wir kochten ein herrliches Abendessen und als es schon dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, denn wir mussten ja noch eine halbe Stunde laufen.

Zur Info für alle Pilger: Der Weg von Figeac nach Rocamadour beträgt 57 km auf dem GR6 und von Rocamadour nach Cahors sind es etwa 66 km auf dem GR46 bis Vers, dann weiter auf dem GR 36 nach Cahors.
Der Weg von Figeac nach Cahors ist 88 km lang, also bedeutet der Schlenker über Rocamadour (nur) 35 km Umweg.

P.S. an Alle: Entschuldigt bitte alle Rechtschreib-, Autokorrekt-und Tippfehler in den Beiträgen dieser Reise. Ich komme nicht hinterher mit dem Schreiben, zum Korrekturlesen fehlt leider jegliche Zeit. Und ich sehe es nicht immer, wenn das Programm Worte verändert. Ich lade gerade eine neue Tastatur herunter und hoffe, dass die besser ist.

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