Dienstag, 29. Juli 2014

Tag 76: Lauzerte - Moissac

Heute ist Lydias letzter Tag. In Moissac ist ihre diesjährige Etappe zu Ende und sie muss zurück ins echte Leben.
Johannes und ich machten uns an den Frühsport und liefen den Berg hinauf nach Lauzerte. Wir trafen Lydia, frühstückten und ich machte noch einen schnellen Rundgang durch den Ort, denn ich hatte gestern ja nichts mehr gesehen.

Die ersten Kilometer des Tages verliefen etwa so: bergab, um auf den gegenüberliegenden Berg zu klettern, dann wieder runter, um auf den Nächsten zu laufen. Am Schlimmsten war aber, dass wir die meiste Zeit des Tages über Asphalt liefen. Der Weg schien sich alle Mühe zu geben, Lydia den Abschied möglichst leicht zu machen.

Zwischendurch wechselten wir aber doch wieder auf hübsche Wege und mussten auch noch den einen oder anderen Anstieg bewältigen.
Wir kamen an einem Tisch vorbei, der am Wegesrand stand und auf dem Obst lag, das man gegen eine Spende mitnehmen konnte.
Wir entschieden uns für eine herrlich duftende Melone und suchten uns einen schönen Platz, um sie zu essen.
Mittags kamen wir durch einen Ort mit einem Café und gönnten uns eine lange Mittagspause. Als wir weiterliefen, fing es an zu regnen, aber glücklicherweise war es nur ein kurzer Schauer und danach war die Sonne wieder da und es wurde richtig heiß. Totales Aprilwetter.

Die letzten Kilometer vor Moissac wurde der Weg noch einmal ganz hübsch und verlief über Feldwege und durch Wald. Am Ortseingang von Moissac mussten wir uns zwischen zwei Wegen entscheiden. Der eigentliche Weg verlief über wenig befahrene Straßen und der Andere führte ohne Umwege ins Zentrum. Da der schönere Weg nur 600m länger sein sollte, entschieden wir, diesen zu nehmen.
Ob wir das auch getan hätten, wenn wir gewusst hätten, dass wir noch mal richtig lang und steil bergauf müssen auf dieser Route?
Irgendwann lag die Stadt ziemlich weit unter uns und ich fragte mich, ob das wirklich nötig war. Vielleicht hat man sich gedacht, dass die Pilger in der letzten Zeit nicht genug gelitten haben und deswegen diesen Weg markiert?!

Nachdem ich einen niedlichen Hund ausgiebig durch ein Tor gestreichelt und mich mit seinem Frauchen unterhalten hatte, ging es steil bergab und endlich ins Zentrum von Moissac.
Dort durften wir gleich wieder ein kleines Stück bergaufkraxeln, um zur Herberge im alten Kloster zu kommen.
Dort wurden wir herzlich von einem 62-jährigen Franzosen empfangen, der recht gut deutsch spricht und ganz schön Sprüche klopfte. Es ist schön, wenn die Mitarbeiter freiwillig und mit Freude in den Herbergen mitarbeiten!
Wir können hier für 5,50€ zelten und sparen somit wieder ein paar Euro. Zum Glück mögen wir unser Zelt, sodass es kein Problem für uns ist, kein Bett zu haben.

Wir machten uns direkt auf den Weg in die Stadt, um einzukaufen. Wir wollten kochen, sind aber erst um halb 6 in der Herberge angekommen und die Läden schließen um 19 Uhr.
Wir kauften viele leckere und gesunde Lebensmittel und gönnten uns noch einmal leckere Törtchen aus der Konditorei.
Nachdem wir uns die wirklich sehenswerte Kirche (vor Allem das außergewöhnliche Tympanon (ich kannte das schlaue Wort für Eingangsdekoration vorher nicht)) angesehen hatten, liefen wir zurück und kochten uns ein unheimlich leckeres Abendessen.
Eigentlich wollten wir danach noch einmal in den Ort, um die Kirche im Abendlicht zu betrachten, aber wir waren zu satt, zu faul und vor Allem müde. Deswegen versackten wir, mit kleinen Katzen auf dem Schoß, auf dem Sofa und gingen zeitig schlafen.

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