Sonntag, 8. Juni 2014

Tag 25: Vandières - Saizerais

Die Nacht war prächtig und wir haben uns gegönnt, erst um 7.30 Uhr aufzustehen. Als wir mit gepackten Rucksäcken nach unten kamen, stand auf dem Tisch im Hof schon unser Frühstück bereit.
Wir tranken Tee, aßen Baguette und Frühstückswaffeln mit selbstgemachter Erdbeermarmelade und außerdem noch mal Erdbeeren aus dem Garten.
Wir haben sogar noch viele Kirschen und Erdbeeren mit auf den Weg bekommen.
Ich widmete mich noch ausgiebig dem Hund, bevor wir nach 9 Uhr aufbrachen. Es war schon morgens sehr warm und es wurden 33 Grad für den Tag angekündigt.
Das im Führer als gerade Linie eingezeichnete Höhenprofil stellte sich als ganz schönes auf und ab heraus. Wir liefen von einem zum anderen Hügel, immer auf der Suche nach einem Stempel für den gestrigen Tag. Leider haben wir erst einen bekommen, als wir schon viel gelaufen waren, aber es ist Sonntag und alle Einrichtungen sind geschlossen.
Der Weg führte heute durch mehrere kleine Orte und wir kauften uns on der ersten Pause ein Baguette und kalte Cola. Die Kirchenglocken spielten zu unserem Imbiss ein minutenlanges Glockenspiel.
Es wurde immer wärmer und ich hielt in einem Örtchen mit mehreren Brunnen erst meinen Buff (Sonnenschutz) und dann meinen Kopf mehrfach unter Wasser, aber der Stoff war immer nach wenigen Minuten bereits wieder trocken.
In Dieulouard machten wir eine lange Pause im Schatten auf den Stufen des Rathauses und kühlten ein wenig ab.
In der Zwischenzeit präsentierte die Sonne aber eine ordentliche Zugabe und gab alles, was sie Anfang Juni geben kann: 37 Grad zeigte die Anzeige im Ort an, als wir uns aufmachten, die letzten 7km zu bewältigen.
Und ausgerechnet jetzt ging es einige Kilometer durch ein schattenloses Tal und es wurde das härteste Stück Weg, das wir bisher hatten. Uns rann der Schweiß über den Körper. Ich wickelte mein Buff um den Stock und nutzte es zum Schweiß abwischen. Also etwa alle 6 Sekunden.
Ich will mich nicht über die Hitze beschweren- ich finde das besser als Regen!- aber ich bekam schon leichte Kreislaufprobleme und war froh, als ich den Waldrand und damit den Schatten erreicht hatte. Es war so unglaublich heiß! Wenn das Wetter weiterhin so bleibt, müssen wir morgens früher starten, um nicht in der größten Hitze zu laufen.
Wir erholten uns bestimmt 45 Minuten von den letzten 2 km und liefen schließlich, erst am Waldrand, dann wieder in der Sonne zu unserem Zielort Saizerais.
Wir tropften durch den Ort zur Kirche, um zu gucken, ob man dort zelten könnte. Könnte man sogar, aber es ist gleichzeitig der Friedhof und das sehen die Anwohner sicher nicht gern.
Dann wollten wir zu einer Bar, und unser Wasser auffüllen, aber die Bar muss seit Jahren geschlossen sein. Unser Führer ist allerdings auch schon gut 5 Jahre alt.
Da wir fast am Ortsausgang waren, schauten wir in die Straße hinein, durch die wir morgen das Örtchen verlassen würden und entdeckten ein Haus mit riesigem Garten. Wir klingelten und bekamen sofort die Erlaubnis zu zelten.
Außerdem bekamen wir zusätzlich zu einer Wasserflasche noch zwei Dosen eiskalte Cola.
Also erst einmal ins Gras fallen lassen und trinken. Wie gut so etwas nach einem heißen und harten Tag tut!
Als das Zelt stand, versuchten wir erst einmal abzukühlen. Obwohl wir in Schatten waren, war es noch sehr warm und so fiel es schwer. Das Wasser in den Regentonnen war leider zu verschmutzt zum waschen und so ergaben wir uns unserem Schwitzsal (und Stinksal).
Morgen laufen wir nach Toul und da werden wir wohl ein Zimmer mieten müssen. In der Stadt ist zelten schwierig und wir brauchen dringend eine Dusche und müssen unsere Klamotten waschen.
Wir setzten uns auf die Wiese und aßen unsere Fischkonserven. Johannes hatte Makrele in Senfsauce und ich Thunfisch mit Gemüse und Mayo. Da der Thunfisch in einem Klumpen in der Dose war, konnte ich etwas davon herauspulen, an dem keine Sauce war und eine rote Katze erfreuen.
Wir lagen bereits vor 22 Uhr im Zelt und hofften, dass es noch so weit abkühlen würde, dass man schlafen kann.
Da wir uns so ungewaschen fühlten (das waren wir ja auch) schmierte ich mit etwas Hirschtalg unter die Achseln. Hirschtalg soll die Füße geschmeidig halten, ist aber parfümiert und ich stellte fest, dass es auch für die Achseln geeignet ist.

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