Mittwoch, 4. Juni 2014

Tag 21: Ste. Marguerite - Waldkapelle Rabas

Heute morgen bekamen wir sogar Frühstück. Frisches Brot, Baguette und Croissants; Wurst, Käse, Marmelade, Nutella und Tee. Das ist schon etwas anderes als das, was wir sonst haben, da wir ja alles tragen müssen und es sich bei den Temperaturen im Rucksack nicht lang hält. Deswegen essen wir immer eine Sache und das so lange, bis es leer ist.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen, suchten noch die Hausbewohner, die inzwischen auf dem Gelände verstreut am arbeiten waren und erfuhren, dass eines der Ehepaare hier nur Arbeitsurlaub macht und nicht hier wohnt.
Wir bekamen einen hübschen Stempel für unseren Pass und starteten in den Regen. Und eines sei vorweggenommen: Es hörte auch bis in die Nacht nicht mehr auf.
Da unser Wanderführer von 2009 ist und die neue Auflage erst kommende Woche erscheint und es inzwischen an vielen Orten eine geänderte Wegführung gibt, müssen wir und ab und zu entscheiden, ob wir den Schildern oder der Beschreibung des Buches folgen.
Heute entschieden wir uns, weil der Hausherr sagte, die Strecke sei so schön, die Route des Buches zu nehmen. Und das ging gründlich schief. Entweder es gibt den einen oder anderen Feldweg nicht mehr oder die Autorin hat sich in der Beschreibung etwas vertan. Beides ist möglich.
Jedenfalls liefen wir lange über falsche Feldwege mit hohem Gras und sollten unsere Schuhe in der letzten Nacht etwas angetrocknet sein, so waren sie nun doppelt durchnässt. Wir schlugen uns zur Straße durch und liefen darauf weiter. Zum Glück funktionieren Kartenapps auch ohne Internetverbindung!
Bald liefen wir wieder auf der markierten Route. Diese ging auf schlechten Wegen durch Matsch und bergauf, bergab. Die Wege wurden immer mieser, der Regen immer nerviger und meine Laune immer schlechter. Zum Glück habe ich für solche Zeiten Musik dabei, steckte mir einen Knopf ins Ohr und konzentriere mich dann darauf. Viel konnte ich diesem Tag nicht abgewinnen.
Irgendwann erreichten wir das Dorf St. Hubert mit einem großen überdachten Platz mit Brunnen, an dem wir uns niederließen, um auf bessere Zeiten zu warten.
Wir setzten uns auf den Boden und es dauerte ewig, bis die dunklen Wolken sich verzogen und es zu regnen aufhörte.
Ich erinnerte mich an einen mobilen Laden, den wir in Lorich gesehen hatten. Ein kleiner Transporter mit Geschäft hinten drin, der von Dorf zu Dorf fährt. Ich fragte Johannes, ob man damit reich werden könne und ob er nicht so einen Laden im Norden betreiben wolle. Wir sponnen ein bisschen an dieser Idee, überlegten, was man im Sortiment haben müsste und hörten dann ein Autogebimmel, ähnlich einem Eiswagen. Und dann kam so ein Wagen angerollt - Das muss ein Zeichen gewesen sein! Voila, Johannes wird also mobiler Warenhändler.
Nachdem wir einsehen mussten, dass das Wetter nicht besser werden würde (und ich eine schwarze Katze lange gestrichelt hatte), liefen wir weiter. Immerhin war es gerade trocken.
Wir liefen den Umweg zu einer Waldkapelle und glücklicherweise stand nebenan ein Haus, in dem eine Gruppe hauste. Wir bekamen die Erlaubnis, unser Zelt hinter die Kapelle zu stellen und suchten uns einen Baum, unter dem wir es schafften, ohne zu sehr nass zu werden unsere grüne Hütte aufzubauen. Den Abend verbrachten wir im Zelt, den der Regen wollte einfach nicht aufhören...

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