Freitag, 15. März 2013

15. März- Sarria (ca. 20 Km)


Heute Nacht wurden wir um 00.15 Uhr von einem Licht geweckt. Jemand war in unseren Schlafraum gekommen und hatte wild mit einer Lampe herumgeleuchtet, war wieder verschwunden, dann mit Bettzeug wieder aufgetaucht und in das leere Bett über Teresa geklettert. Was er nicht gesehen hatte:  dort lagen alle Haken der Gardine und die Stange. Er fluchte und motzte auf Spanisch und räumte  das Bett leer. Dann legte er sich grummelnd hin. Unsere Fragen ignorierte er. Sicher hielt er uns für verrückt und konnte sich die Gegenstände auf seinem Bett nicht erklären.
Es konnte auch nur eine Erklärung für diesen nächtlichen Besuch geben: Der Mann lag mit Kim in einem Zimmer und war aufgrund der Lautstärke seines Schnarchens durchgedreht und geflüchtet.
Da wir Kim auch in unserem Zimmer gut schnarchen hörten (es gab nur Saloon- Schwingtüren), steckte ich mir die Oropax in die Ohren und als ich am Morgen wieder aufwachte, war der Spanier schon wieder weg.

Teresa muss am 19.3. in Santiago ankommen und ihr Tempo etwas anziehen, bzw. etwas längere Etappen laufen. Deswegen startete sie heute vor uns und würde einige Km weiter laufen als wir. Wir frühstückten in Ruhe und dann kehrten wir in eine Bar ein, da Allan, Nadja, Alex und Kim einen Kaffee trinken wollten. Vor dem Haus war eine Weide mit einem sehr aufgeschlossenem Pferd und weil ich nichts trinken wollte, verbrachte ich die Zeit bei ihm. Nach 5 Minuten kam ein Mann mit zwei Baguettes aus dem gegenüberliegendem Haus und gab sie mir, damit ich das Pferd füttern konnte. Das ließ ich mir nur deshalb 2x sagen, weil ich zuerst gar nicht verstand, was der Herr von mir wollte.
Das Pferd fand zwischendrin mehr Gefallen daran, mir in die Jacke zu beißen. Glücklicherweise habe ich Johannes nicht versprochen, dass der Jacke auf der Reise nichts passiert.

Und nach meinen Baguettes gab es noch Eines
Wir machten uns auf den Weg nach Sarria und es ging natürlich wieder bergauf und -ab. Als wir auf einen kleinen Weg kamen, auf dem sicher kein Auto fahren würde und auf den sich auch kaum Menschen außer Pilger verirren würden, legte ich Kittys Stock quer über den Weg und so, dass man ihren Namen lesen konnte. Sie würde ihn hoffentlich am Mittag finden und alle Anderen würden ihn hoffentlich liegenlassen.
Heute hatte ich glücklicherweise keine Halsschmerzen. Die letzten beiden Tage hatte ich damit die halbe Nacht und bis in den Vormittag Probleme und befürchtete schon, krank zu werden.
Hogy hatten wir heute wieder einmal verloren. Er wollte in der Herberge noch ausgiebig auf Klo und dann in die Bar kommen. Da waren wir aber sehr lange- Vermutlich hat er den direkten Weg aus dem Ort genommen und hat uns nicht gefunden.

 Gestern hatte ich eine Blase getaped und unter dem Tape hatte sich an anderer Stelle eine neue Blase gebildet. Weil ich das nicht gemerkt habe, habe ich beim Entfernen des Tapes fast die dünne Haut mit abgerissen. Gestern Abend habe ich unbewusst mit den Schuhen über die Blase gerieben, weil der Fuß juckte und dabei die Haut abgerissen. So ein Mist.
Zum Glück konnte ich heute wieder die Crocs tragen- Aber dieses Glück hielt nicht lange an. Nach 10 Km taten mir meine Fußballen so weh, besonders auf der rechten Seite, wo ich am Fußballen eine weitere neue Blase spürte, dass ich die Stiefel angezogen habe.
Dabei habe ich bemerkt, dass die Sohle der Crocs bis auf einen hauchdünnen Millimiter abgelaufen war. Damit hätte ich eigentlich rechnen müssen- Kein Wunder, dass ich Blasen an den Füßen bekomme, wenn ich fast ohne Schutz auf dem steinigen Boden laufe.

In Sarria gingen wir in den Supermarkt und kauften ganz viele leckere Sachen und Bier ein. Weil es in der Albergue zwar eine Küche, aber kein Inventar gab, gingen wir kurzerhand in eine Pizzeria. Also Allan, Nadja, der wieder aufgetauchte Hogy und ich. Wir hatten auch mal wieder Lust auf gutes Essen!
Ich teilte mir mit Nadja eine Pizza mit Mozzarella, Putenbrustfiletstückchen und Ei. War nicht der Brüller, aber ganz okay.
Da es in der Bar gratis WLAN gab, checkten Hogy, Allan und Nadja erst einmal eine Weile ihre Mails und so und ich saß mit meinem doofen Handy daneben. Wir sahen bei Facebook, dass Duck gestern Abend in Santiago angekommen ist.

Abends saßen wir noch eine Weile in der Küche zusammen und unterhielten uns. Heute muss ich das erste Mal oben auf einem Bett schlafen, weil der Weg immer voller wird und das Zimmer schon gerappelt voll war, als wir ankamen. Viele starten hier, weil man die letzten 100 Km vor Santiago zu Fuß laufen muss, um die Compostela- Urkunde zu bekommen. Und da bietet sich Sarria als Ort an. Wer mit dem Fahrrad oder dem Pferd pilgert, muss aber 200 Km zurücklegen.
Ich stach noch die Blase am Fußballen auf und das tat so weh, dass ich fast geheult hätte. Blasen sind solche Arschlöcher!

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