Montag, 11. August 2014

Tag 84: Arzacq Arraziguet - Pomps

Heute früh machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Supermarkt,  um frische Lebensmittel zu kaufen. Danach liefen wir an einem kleinen See entlang und passierten einen Pilgerbaum.  Es war es ein etwas übertrieben dekorierter Baum mit Marienfigur.

Die Landschaft wird wieder hügeliger, somit wird das Laufen wieder etwas anstrengender,aber im Endeffekt bewegen wir uns immer zwischen 50 und 200 Metern. Es schadet auch nicht, wenn wir noch mal bergauflaufen trainieren,  immerhin haben wir bald die Überquerung der Pyrenäen vor uns.

Mittags konnten wir diese in der Ferne dann erahnen. Es waren zwar mehr Schatten als klare Bergkonturen, aber dennoch waren wir sicher,  gerade auf die Pyrenäen zu blicken.  Endlich sehen wir sie mal!
Es ist schon beeindruckend,  wenn man sich in Nordrhein - Westfalen auf eine Wanderung  begibt und dann irgendwann die Pyrenäen sieht.

Wir liefen an ein paar Kirchen vorbei, über ein paar kleine Hügel, entdeckten liebevoll gestaltete Pausenplätze (einen davon am Fluss und sogar mit Hängematte), sahen wieder für Pilger gepflanzte Obstbäume und erreichten so Pomps, wo wir in eine großartige Herberge kamen.

Wir wurden wieder einmal sehr freundlich empfangen und durften für 5€ unser Zelt am Spielplatz aufbauen.  In dieser Herberge darf man sich den ganzen Tag Sirupgetränke mixen und Waschmaschine und Trockner kostenlos nutzen!
Wir nutzten das natürlich, denn unsere Wäsche hatte in Frankreich noch keine Waschmaschine gesehen. Wir freuten uns darauf, endlich einmal richtig frische Wäsche zu bekommen, die nicht nur von Hand geknetet wurde. Die Maschine lief natürlich im Dauerbetrieb, weil jeder sie nutzte.

Heute wollten wir kochen, weil die Küche hier gut ausgestattet ist und es einen kleinen Dorfladen gibt. Wir gingen hinüber in den kleinen Anbau, in dem eine alte Madame einen wirklich kleinen Laden und eine Bar betrieb und in dem zwei Hunde herumlagen.
Die Auswahl an Lebensmitteln war gering, aber wir fanden genug, um kreativ kochen zu können. Ich entdeckte, dass die Madame sehr stolz auf ihren Betrieb sein musste, denn sie hatte verschiedene Postkarten von sich in ihrem Laden drucken lassen.

Zurück in der Herberge entspannten wir erst einmal,  unterhielten uns mit anderen Pilgern und genossen, dass es hier so schön ist.
Unser Abendessen wurde schmackhafter als gedacht.  Wir bekamen von der Herbergsleiterin frischen Knoblauch und Butter und da wir ohnehin viel Zwiebeln anbrieten, konnte es gar nicht mehr schlecht werden. Mit Nudeln, frischen Tomaten, Tomatenmark, Paprika und einer Ladung leckerem Frischkäse wurde es ein richtig gutes Essen und als wir noch Cashewkerne darüberstreuten, war es beinahe perfekt.

Den Abend verbrachte ich im Liegestuhl, schrieb Tagebuch und ergötzte mich an der warmen trocknerfrischen Wäsche. Wir schaukelten in den Sonnenuntergang vor weiteren Pilgerobstbäumen und krabbelten irgendwann glücklich in unser Zelt.

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