Mittwoch, 28. Mai 2014

Tag 14: Ammeldingen - Nusbaum

Wir brachen  heute relativ früh auf, weil wie ja nicht wussten, wie lange wir beim Arzt sitzen würden. Wir liefen die 5 km nach Neuerburg und füllten am Ortseingang unsere Vorräte auf. Auch eine Frust/ Partycola durfte nicht fehlen. Den Anlass der Flasche würde der Arzt bestimmen.
Auf dem Weg zum Krankenhaus kamen wir mit einer älteren Dame ins Gespräch, deren Mann den Jakobsweg auch schon von zu Hause aus gelaufen ist. Danach holten wir uns unseren Stempel für den Pilgerausweis.
Im Krankenhaus angekommen, bekam ich erst eine Zusage, behandelt zu werden, bin bei der Anmeldung in der Praxis aber direkt abgewiesen worden. Da müsse doch kein Fachmann ran, ich solle mir lieber einen Hausarzt suchen.
Etwas frustriert zogen wir ab und ich fragte beim Orthopädiefachmann im Laden, ob er einen Arzt empfehlen könne. Konnte er und es war gleich um die Ecke. Ich wurde direkt aufgenommen und musste hat nicht man so lange warten.
Die Ärztin drückte, dehnte, streckte, drehte und verdrehte mein Bein, bis klar war, dass ein Innenband überlastet ist. Es war gar nicht so leicht herauszufinden, da mein Knie nach den 5 km noch nicht besonders schmerzte und sie erst lokalisieren musste, wo es genau herkommt.
Ich bekam eine Bandage verschrieben, die ich mir beim Orthopädiefachmann im Geschäft abholte.
Das Teil ist eigentlich zu schwer für meine Packliste, aber man kann es nicht ändern. Immerhin sitzt die ganz gut.
In den nächsten Tagen soll ich etwas weniger laufen (noch weniger? Wir haben jetzt schon einen gemütlichen Durchschnitt von 21km pro Tag), abends Ibuprofen einwerfen und meine Diclofenacsalbe draufschmieren. Wird gemacht, hilft dann auch bitte.
Als wir aus der Praxis kamen, liefen wir zum Ortseingang zurück, denn unserem Führer zufolge kommt man in Neuerburg durch den schönsten Park auf der gesamten Via coloniensis!
Gut, da dies unseres Wissens nach der erste und letzte Park ist, durch den wir laufen, gönnen wir den Neuerburgern diesen Titel.
Er war dann auch ganz hübsch anzusehen.
Im Park gab es eine lange Rutsche und Johannes hat es sich nicht nehmen lassen, sie zu nutzen.
Ich habe mit meinem Knie lieber darauf verzichtet. Die Ärztin war zwar nett, aber ich wollte da nicht noch einmal hin.
Wir telefonierten etwas herum, auf der Suche nach einer Unterkunft, fanden aber nichts und beschlossen, in Nusbaum einfach mal herumzufragen, wenn wir da waren.
Wir hatten Lust, etwas warmes zu essen und schauten uns um. Es gab vieles zur Auswahl und wir entschieden uns für die "Bratwurst im Brötchen mit Farmersalat" für 2,30€. Es war lecker, aber kalt. Denn es handelte sich um eine Bratwurstschnecke und der Salat war auf dem Brötchen drauf. Von einer warmen Mahlzeit müssen wir also weiterhin träumen.
Der weitere Weg war sehr hübsch und wir liefen bergauf und bergab bis nach Nusbaum. Ich trank meine Cola, die glücklicherweise eine Partycola war, da ich ja weiterlaufen darf.
Wir genossen hübsche Aussichten, sahen viele Kühe und kamen am frühen Abend in Nusbaum an.
In der Kirche gab es keinen Stempel, den sollte man sich im Haus gegenüber abholen. Wir waren noch gar nicht an Haus angekommen, da öffnete sich die Tür und ein alter Mann kann heraus und gab und zwei Papierchen. Da die Nusbaumer keinen Stempel besitzen, drucken sie das Motiv auf Klebepapier. So können die Pilger sich den Stempel in den Pass kleben. Niedlich.
Wir fragten, ob er jemanden wisse, in dessen Garten oder auf dessen Land wir unser Zelt stellen könnten. Seine Frau erlaubte uns prompt, vor der Kirche zu zelten und die Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus könnten wir auch benutzen, die seien immer zugänglich. Sie wollte den Bürgermeister fragen, ob wir auch auf dem Grundstück dort zelten dürften, erreichte ihn aber nicht.
Wir gingen rüber, ruhten uns aus, spielten auf dem Spielplatz, aßen zu Abend und erfuhren, dass Daniela 2,5 km vor uns bei den Leuten untergekommen war, die uns mittags abgesagt hatten. Wir hätten da auch zelten dürfen, aber das wussten wir nicht. Am Telefon ging es wohl nur um das Zimmer in deren Haus. Na egal, wir hatten hier sogar Strom, denn es gab 4 Steckdosen unter einem Vordach.
An Abend trafen wir den Bürgermeister an, der uns erlaubte, im Garten den Dorfgemeinschaftshauses das Zelt aufzubauen. Er machte uns vorher zwar, wie auch die Anderen, darauf aufmerksam, dass im Ort Zimmer vermietet würden, aber das wollten wir so oder so nicht in Anspruch nehmen. Deshalb bekamen wir dann auch die Erlaubnis, da er ja niemandem das Geschäft durch sein OK streitig machte.

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