Dienstag, 27. Mai 2014

Tag 13: Nimsreuland- Ammeldingen

Meine Konstruktion aus den Stühlen war wirklich gemütlich. Leider konnte ich wegen der Schmerzen im Knie nicht gut schlafen. Abends tut es weh und morgens scheint dann alles wieder in Ordnung. Ich werde aber lieber etwas tun und nicht abwarten, ob oder bis es schlimmer wird.
Schmerztabletten möchte ich nicht nehmen, da ich dann nicht mitbekomme, welche Signale mein Körper mir sendet oder wenn er mir seine Grenzen aufzeigt.
Ich versuchte das Knie vor dem Start laienhaft zu tapen und wickelte einen Verband darum. Eine Mischung aus Schwachsinn und Bandagenersatz.
Wir räumten den Saal wieder auf, fegten durch und aßen den Kuchen, den wir gestern bekommen hatten, zum Frühstück. Dann brachen wir auf zum Haus des Bürgermeisters, um uns den Stempel zu holen und uns erneut zu bedanken. Vor seinem Haus saß ein Hund, der bellte und  knurrte, als wir und näherten. Wir beschlossen, dass uns unsere Waden zu wichtig waren, als dass wir das Risiko einzugehen würden zu erfahren, ob der Hund sein Revier gewissenhaft verteidigt oder nur so tut.
Deswegen riefen wir den Bürgermeister an, der uns die Tür öffnete und nachdem der Hund sah, dass wir keine Feinde waren, durfte ich gar nicht mehr aufhören ihn zu kraulen (ich bekam jedes mal einen hundetypischen Blick, wenn ich es ohne sein okay tat).
Das Wetter heute war wieder nicht besonders schön. Es war grau, bedeckt und es regnete immer wieder. Und es ging lange Zeit bergauf.
Unter dem Poncho schwitzten wir dabei wieder mal sehr.
Wir kraxelten den Berg herauf bis zu einer Marienstatue, die einige Meter hoch war und das vor ihr liegende Tal überblickte. Das Laufen mit dem Tape ging erstaunlich gut, aber den Verband wickelte ich bald ab, weil er nur in die Kniekehle rutschte und mich ärgerte.
Nach einer ausgedehnten Frühstückspause und ein paar Rätseln, die wir uns gegenseitig stellten, machten wir uns an den steilen Abstieg nach Waxweiler. Der hatte es wirklich in sich und zog sich in die Länge. Im Ort ging ich in die Apotheke und fragte nach einer Bandage. Sie hatten aber nur eine bezahlbare auf Lager und die saß total schlecht. Die teuren solle ich lieber über ein ärztliches Rezept holen oder mein Knie mit Kinesiotape bekleben.
Da die Dame in der Apotheke mir aber überhaupt nicht sagen konnte, wie ich mein Knie tapen soll (im stehen oder sitzen, längs oder quer, vielleicht über kreuz?!) habe ich mir die 10€ lieber gespart und wollte nur alubedampfte Kompressen mitnehmen. Später merkte ich, dass sie mir da vermutlich was falsches angedreht hat.
Wir liefen also unverrichteter Dinge weiter und machten nur einen kleinen Stopp im Edeka, denn Johannes brauchte noch Schokolade.
Der nun vor uns liegende Weg war unglaublich blöd, weil dort gerade an den Wanderwegen gearbeitet wird. Wir liefen also kilometerweit in Baggerspuren, durch Matsch und über Steinhaufen. Noch dazu bergauf. Ich habe aber ein paar Bilder gemacht, damit ich später beim Fotos zeigen keine zu romanische Sicht auf die Wege gebe.
Wir erreichten ein kleines Dorf mit Bauernhöfen und streichelten kleine Kälber. Die waren so niedlich und ich hätte ewig stehenbleiben können.
In einem Haltestellenhäuschen verbrachten wie unsere letzte Pause und zogen dann weiter nach Ammeldingen. Dort hatten Johannes und ich für heute unser Quartier gebucht.
Wir betraten den Dachboden des Selbstversorgerhauses Erlenhof und ich fühlte mich direkt nach Spanien versetzt: Ein großer Raum und viele Matratzen. Richtiges Herbergsfeeling. Der Besitzer des Hauses wohnt in Düsseldorf und hatte dummerweise die Schlüssel für das Bad bei sich.
Wir sollten versuchen, die Tür mit einem Draht zu knacken, aber keiner von uns besaß genügend kriminelle Energie dafür.
Wir können aber im anderen Teil des Hauses duschen und zur Toilette. Dort wohnt zwar gerade eine Familie, deren Fertigstellung des Hauses sich verzögert und die übergangsweise hier untergekommen ist, aber die sind sehr freundlich und haben damit kein Problem. Die Frau hat uns sogar eine Packung Brot geschenkt und angeboten, dass wie nochmal kommen können, wenn uns irgendetwas fehlt. Hier im Dorf gibt es nämlich mal wieder kein Geschäft.
Daniela begleitete uns noch in unsere Herberge, zog aber weiter, weil sie ja ohne Geld pilgert und wir hier jeder 5€ zahlen.
Den Abend verbrachten Johannes und ich auf den Matratzen herumliegend, surfend (wir haben endlich mal wieder Empfang) und schreibend.
Außerdem mit der Planung des morgigen Tages. Denn mein Knie tut heute Abend so weh, dass ich unbedingt zum Arzt möchte, bevor ich mir da etwas kaputt mache.
Wir fanden heraus, dass es in Neuerburg, 5km von hier, einen Orthopäden im Krankenhaus gibt und da werden wir morgen versuchen, drangenommen zu werden. Bis Trier warte ich lieber nicht.

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