Sonntag, 25. Mai 2014

Tag 11: Waldorf- Wald vor Gondenbrett

Heute sind wir zusammen mit unserer neuen Pilgerfreundin Daniela gelaufen. Es ging über Wege mit hübschen Aussichten bergauf und bergab. An einem Flüsschen mit Rastplatz legten wir unsere Frühstückspause ein und Daniela wusch sich im Fluss die Haare.
Nach wenigen Kilometern liefen wir an zwei Damen vorbei, die gerade eine Pause machten und ich erkannte richtig, dass wir die beiden Pilgerinnen vor uns hatten, die wir schon aus den Gästebüchern kannten. Wir freuten uns, einander zu begegnen und liefen gleich zusammen weiter. Gestern Mittag noch fühlte ich mich so einsam auf diesem Weg und heute pilgern wir zu fünft!
Die beiden Frauen kommen aus Flensburg und laufen 2x im Jahr ein Stück des Weges. Mit Daniela haben sie sich viel über essbare  Pflanzen unterhalten und wir haben einiges probiert. Da ich mich da überhaupt nicht auskenne, war fast alles neu für mich. Aber geschmeckt hat es.
Als wir gerade in einem Dorf am Wegesrand standen und etwas probierten, das nach Knoblauch schmeckte, zog eine Gruppe Kinder und Teenies an uns vorbei und wunderten sich laut darüber, dass wir "Gras essen".
In Kronenburg endete die heutige Etappe der Flensburgerinnen und wie zogen zu dritt weiter. Zuerst machten wir Halt an einem Haus, wo die Bewohner ein Pilgercarport errichtet hatten. Deko, Sitzgelegenheiten und einen eigenen Stempel gab es hier. Danach liefen wir hoch zur Burg und genossen die Aussicht.
Der weitere Pilgerweg führte bergab, vorbei an einem Haus mit Jakobsmuschel. Je dichter wir an Trier herankommen, desto mehr scheint den Menschen bewusst zu sein, dass sie am Jakobsweg leben.
Vor einem Haus in der Nähe des Kronenburger Sees ist ein Bereich vor dem Haus dem Pilgerweg gewidmet. Ein Schild zeigt die Entfernung nach Santiago an (bestenfalls Luftlinie) und Muscheln waren dekorativ dazu angebracht.
Nach einem langen und harten Anstieg machten wir eine Pause im Wald und aßen unser Mittag. Johannes und ich ernähren uns derzeit hauptsächlich von Brot, Obst und Nüssen, manchmal gibt es noch Schokolade.
Daniela isst, was immer sie bekommt und zauberte sich einen leckeren Salat. 
Heute ist es recht warm und wir haben alle kurze Klamotten an, so bemerkte ich irgendwann zweit zwei kleine Zecken an meinem Bein. Wir untersuchten uns alle etwas genauer und waren voll von diesen Biestern. Daniela, die auf dem Boden gesessen hatte, hörte irgendwann auf zu zählen, so viele hatten ihren Körper erklommen.
Wir beendeten unsere Pause spontan und liefen weiter. Durch den Wald und über Feldwege ging es weiter, bis wir an eine Konstruktion kamen, aus der Wasser wie aus einer Dusche auf den Schotterweg plätscherte.
Daniela nutzte die Gelegenheit zum Duschen und ich bin kurz zur Abkühlung durchgelaufen.
Über Feldwege kamen wir nach Ormont, wo wir unsere Wasserflaschen auffüllen wollten. Wir fragten an einem Haus, vor dem zwei Menschen standen und der junge Mann füllte all unsere Flaschen auf. Als Daniela nach einer Tomate fragte, kam er mit einer Tomate und drei Äpfeln wieder. Wir unterhielten uns eine Weile und als er noch einmal ins Haus ging, brachte er hinterher noch einmal 3 Äpfel und eine Tomate mit. Zwischendurch fragte seine Mutter, ob wir Cola und später, ob wir Kaffee möchten.
Ich bin immer wieder begeistert, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen sind.
Wir liefen weiter und aus dem Ort heraus. Nach einigen Kilometern auf einem Trampelpfad neben der Landstraße, bei dem wir über einige Bäume klettern mussten, machten wir eine Pause an einem Rastplatz, aßen unser Abendbrot und putzten uns die Zähne. Wir hatten beschlossen, heute Nacht zu zelten.
Wir liefen weiter, auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen für zwei Zelte.
Da wir uns aber so gut unterhalten hatten und alle noch fit genug waren, beschlossen wir, noch eine Weile zu marschieren. Als wir den Wald verließen und nun an dessen Rand wanderten, machten wir uns aber doch daran, ein Nachtlager zu suchen.
Wir entdeckten eine leicht erhöhte Wiese direkt am Weg mit herrlich weichen Gras und beschlossen, dass dieses Stückchen Land für heute Nacht unsere Heimat sein sollte.
Da wir nicht im Wald, sondern am Rand waren, hatten wir eine schöne Sicht in das grüne Tal.
Wir richteten und in den Zelten ein und legten und recht bald schlafen.
Etwa 30 Kilometer sind wir heute gepilgert und die merkt man abends dann doch.

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