Donnerstag, 15. Mai 2014

Tag 1: Siegen - Freudenberg

Ich habe es noch nicht ganz begriffen, aber... wir laufen jetzt nach Spanien!
Der erste Tag... fing mit 4 Stunden Schlaf an. Irgendwie hat sich gestern alles in die Länge gezogen und dann hat das Packen mal wieder länger gedauert als geplant.
Ich habe gestern Abend das erste mal den Rucksack gepackt und die Ausrüstung gewogen. Das macht mir Spaß, dauert aber ganz schön lange. Dann hat das mit dem iPod alles nicht so gelappt, weil ich kein iTunes auf meinem kleinen, alten Netbook verwenden will.
So habe ich dann etwa 4 Stunden geschlafen und bin um 9 Uhr mit meiner Freundin zum Bahnhof marschiert. Dort habe ich mich mit Johannes getroffen, der mit einer gemeinsamen Freundin angereist war. Johannes und ich stiegen in den Bus, um in die Oberstadt zu fahren. Ich wollte den Camino gern im Schlosspark beginnen.

Das Siegener "Krönchen"
Auf dem Weg in den Park haben wir uns den ersten Stempel am "Krönchen" (Kirche in Siegen) geholt (zumindest wenn man ignoriert, dass die Jakobusfreunde Paderborn uns beim Ausstellen des Ausweises ungefragt ihren eigenen Stempel in den Pass gedrückt haben).
Vom Schlosspark aus hat man eine gute Sicht auf die Stadt, der ich nun, nach 3,5 Jahren, im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken kehre.
Wir liefen den Berg wieder runter und durch die Innenstadt zum Bahnhof. Doch nach wenigen gepilgerten Metern (es lag bestimmt noch nicht einmal der erste Kilometer hinter uns) machten wir schon unsere erste Pause, denn meine Freundin erwartete uns mit heißem Kakao. Johannes kaufte dann noch Waschmittel ein, am Bahnhof besorgten wir uns noch Brötchen und so war es fast halb elf, als wir den Bahnhof verließen, um uns das erste mal zu verlaufen.
Denn in der Tat mussten wir auf schlechte schlechte Markierungen nicht lange warten und liefen gleich mal ein paar Minuten suchend herum.
Nachdem sicher war, dass wir die steilste Straße nehmen sollten, liefen wir ausgiebig den Berg hinauf und landeten in einem Wald. Diesen durchwanderten wir eine gefühlte Ewigkeit.

Ich war guter Dinge, dass wir bald Freudenberg sehen würden, da kamen wir auf eine Waldkreuzung, die mir verdächtig bekannt vorkam. Und tatsächlich: Wir waren im Wald auf dem Fischbacher Berg und der gehört zu Siegen und gehört noch lange nicht zu Freudenberg.
Ich war kurz versucht, in den Bus zu steigen, der in 1 Km Entfernung fuhr, um zurückzufahren. So macht das Fernwandern keinen großen Spaß!
Wir liefen aber tapfer weiter, vorbei an einer Schulklasse, 2 toten Vögelchen, die mitsamt dem Nest auf dem Weg lagen, einer Autobahnraststätte, die mit unserem Weg verbunden war, einem freundlichen Rentnerehepaar und einer kleinen Katze mit einem kaputten Hinterbein in Richtung Freudenberg.



Der Opi, der uns intensiv über unsere Pläne befragte, bemerkte nur, als er von der Größe des Vorhabens hörte, dass es schwierig werden könne, wenn ich bei jedem Tier anhalte, um es zu streicheln. Ja, da hat der gute Mann mit einem Blick etwas Wahres über mich herausgefunden...

Ich hatte irgendwann Schmerzen an beiden Fußballen und konnte deutlich sehen, dass sich dort die ersten Blasen ankündigten.
Also abkleben und weiter, immer der Beschilderung nach. Wenn es denn so einfach wäre!
Die Beschilderung ist streckenweise wirklich mies und wir haben oft ratlos an Kreuzungen gestanden, ohne zu wissen wo wir langmüssen.
Dem Smartphone sei Dank- ohne moderne Technik hätten wir den Weg nicht gefunden.
Das Wetter war übrigens sehr gnädig mit uns. Es hat in den vergangenen Wochen täglich oft und viel geregnet, aber heute blieb es bei einem Nieselregen an morgen und danach war es die ganze Zeit trocken.
Als wir nach 17 km endlich in Freudenberg ankamen, liefen wir hoch zur Kirche, holten und unseren Pilgerstempel ab und warteten auf Johannes Freunde, die und abholen würden.
Im Haus der Freunde angekommen, gingen wir erst einmal duschen. Danach wurden wir fürstlich umsorgt und verbrachten einen schönen Abend zusammen. Die Männer widmeten sich später noch dem Relegationsspiel des HSV. Dieses Elend habe ich mir dann aber erspart und bin lieber ins Bett gegangen, die letzte Nacht war schließlich sehr kurz.
P.S.: Bitte seht über die Fehler hinweg. Ich trage gerade eine ganze Woche nach und das Tablet macht auch oft, was es will (macht aus "uns" "und", verschluckt Wörter etc).
Der Sinn sollte in den meisten Fällen aber zu erfassen sein.


Freudenberger "Flecken"

Freudenberger Strickguerilla

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