Dienstag, 30. Juni 2015

Tag 6: Melide - Ribadiso

Gestern Abend haben wir noch die Betten gewechselt. Es waren so viele Betten frei und ein Gang, in dem zwei Etagenbetten standen und an denen es Steckdosen gab war unbelegt und so haben wir kurzerhand unser Sachen gepackt und sind rübergezogen.
Dort konnten wir es uns gemütlich machen, Handys und Kamera laden und wurden nicht von Frühaufstehern geweckt und genervt.

Wir schliefen heute etwas länger, da wir ohnehin warten mussten bis die Läden öffnen.
Also packten wir in aller Ruhe, kauften uns etwas zum Frühstück und ein Getränk in der Bäckerei und setzten uns an einen Platz mit Internet. Zu besichtigen gab es heute ohnehin nichts mehr.

Als wir den Laden später verließen wogen unsere Rucksäcke locker 4-5 kg mehr als vorher und das erhöhte Gewicht merkten wir sehr deutlich. Verrückt, wer von an so viel schleppt. Wir haben beide normalerweise all inklusive nicht mehr als 7,5 Kg auf dem Rücken.

Wir verließen Melide und die Sonne gab heute schon von Beginn an ihr Bestes.
Wir machten an einem kleinen Fluss eine Pause.  Dort muss man über unebene Steine laufen und eine ältere Dame hatte Angst weiterzugehen. Die Tochter dahinter konnte nicht viel helfen und sie waren froh, dass wir gerade da waren um zu helfen.

Heute zogen wieder einmal Kühe an uns vorbei und wir kamen am deutschen Café vorbei: Dem wahrscheinlich einzigen Café indem fürs pinkeln Geld kassiert wird. Sehr passend also.

Nach der Hälfte der Strecke trafen wir auf eine Pilgerin mit ihrem 6-jährigen Sohn, von denen ich gestern in einer Facebookgruppe gelesen hatte. Da ich die Namen nicht mehr wusste, wir aber alle aus Hamburg kommen rief ich einfach "Haaaaaambuuuurg" über die Straße und sie haben sofort reagiert.
Ein paar Kilometer liefen wir gemeinsam, dann seilten wir uns ab, weil man mit Kind doch deutlich langsamer vorankommt. Aber wir würden in derselben Herberge einkehren und wussten, dass wir uns wiedersehen.
Der Kurze ist ein echter Sonnenschein, hat viel erzählt und war ohne Scheu. Ein tolles Kind!

Wir gönnten uns für den letzten Aufstieg ein Eis und das war auch gut so, dann der Berg hatte es faustdick hinter den Ohren. Er tut zwar so, als sei er harmlos, aber wenn man ihn besteigt zeigt er was er kann.
Zum Glück war es von der Höhe an nicht mehr weit und wir wanderten beschwingt singend zum Fluss.

In der Herberge war noch nicht viel los. Wir packten unsere Sachen an die Betten (die wieder freigeräumt wurden-anscheinend wird dieses Jahr wert auf die Bettenverteilung gelegt...) und gingen im Fluss baden. Das Wasser war herrlich kalt und erfrischend.
Als die keine Familie ankam planschten wir ausgiebig, machten uns gegenseitig nass und hatten viel Spaß.
Das Wetter war herrlich und wir genossen den Tag.
Unser auf Vorrat gekauften Getränke hatten wir im Fluss gekühlt und so jederzeit eine kühle Dose parat.

Abends aßen wir noch einen Teller Nudeln in der benachbarten Bar. Bei einem Preis von 3,50€ konnten wir nicht widerstehen.
Als wir um kurz nach 22 Uhr in die Herberge wollten war das Eingangsportal schon verriegelt.
Aber das war nicht schlimm, ich wusste ja, dass wir schlimmstenfalls ein Stückchen durch den Fluss tapsen konnten und dann auf dem Gelände wären.
Wir fanden aber eine niedrige Mauer und kamen so trockenen Fußes ins Bett.
Die Herberge ist wunderschön, ich empfehle eine Übernachtung hier definitiv.
Nur die Geländer der Betten sind oben für meinen Geschmack etwas zu niedrig und so liege ich auf dem Fußboden. Natürlich mit Matratze!

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